Buchportrait:
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Titel: |
Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand |
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Autor: Verlag: ISBN: Genre: Erscheinungsjahr: Gepinnt am: |
Natasha Solomons Kindler 3463405784 Romane & Erzählungen 2010 06.11.2010 von Nanilu |
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| Ort der Handlung: | |||
| - Straße / Platz: | Hampstead | ||
| - Stadt / Ort / Gegend: | Westminster | ||
| - Land: | Vereinigtes Königreich | ||
| Zeit der Handlung: | 20. Jahrhundert |
Inhaltsangabe:
Seit Jack Rosenblum mit seiner Frau Sarah und der kleinen Tochter Elizabeth 1937 britische Erde betreten hat, ist es sein größter Wunsch, ein waschechter Engländer zu werden. Schon auf der Überfahrt hat der Flüchtling aus Berlin vom deutsch-jüdischen Hilfskomitee eine Broschüre mit Tipps bekommen, wie man sich schnell mit den Sitten des Gastlandes vertraut machen kann. Diese Liste wird zum penibel befolgten und eigenhändig ständig erweiterten Leitfaden für das angestrebte Ziel: die Verwandlung des Jack Rosenblum zum anerkannten englischen Gentleman.
Jack Rosenblum hat es 15 Jahre nach seiner Ankunft weit gebracht. Er ist der Besitzer eines Londoner Teppichimperiums, wohnt in Hampstead in einem Reihenhaus mit Türklopfer aus Messing, trägt einen maßgeschneiderten Anzug aus der Savile Row und fährt einen zweisitzigen Jaguar. Es fehlt nur noch die Mitgliedschaft in einem Golfclub – die in Jacks Augen eine „ähnlich hohe Bedeutung hatte wie der Wiederaufbau Jerusalems, Atlantis und das perfekte Salt-Beef-Sandwich gleichzeitig“. Misslich, dass er auf seine Bewerbungen nur Absagen erhält. Also kauft er Land und ein heruntergekommenes Cottage in Dorset und beschließt, seinen eigenen Golfplatz zu bauen. Die erst widerstrebende Sarah blüht auf und kocht wieder die alten deutsch-jüdischen Speisen nach den Rezepten ihrer Mutter, während Jack im Alleingang beginnt, das erste Loch anzulegen – ein Unterfangen, das sich gut und gern mit dem Kampf Don Quijotes gegen Windmühlenflügel vergleichen ließe. Aber nach und nach erwirbt sich der verrückte „Kraut“ den Respekt der Dorfbewohner. Am Ende wird ihm der alte Gelegenheitswilderer Curtis sogar das geheime Rezept seines Cider-Schnapses als Vermächtnis hinterlassen.
Jack Rosenblum hat es 15 Jahre nach seiner Ankunft weit gebracht. Er ist der Besitzer eines Londoner Teppichimperiums, wohnt in Hampstead in einem Reihenhaus mit Türklopfer aus Messing, trägt einen maßgeschneiderten Anzug aus der Savile Row und fährt einen zweisitzigen Jaguar. Es fehlt nur noch die Mitgliedschaft in einem Golfclub – die in Jacks Augen eine „ähnlich hohe Bedeutung hatte wie der Wiederaufbau Jerusalems, Atlantis und das perfekte Salt-Beef-Sandwich gleichzeitig“. Misslich, dass er auf seine Bewerbungen nur Absagen erhält. Also kauft er Land und ein heruntergekommenes Cottage in Dorset und beschließt, seinen eigenen Golfplatz zu bauen. Die erst widerstrebende Sarah blüht auf und kocht wieder die alten deutsch-jüdischen Speisen nach den Rezepten ihrer Mutter, während Jack im Alleingang beginnt, das erste Loch anzulegen – ein Unterfangen, das sich gut und gern mit dem Kampf Don Quijotes gegen Windmühlenflügel vergleichen ließe. Aber nach und nach erwirbt sich der verrückte „Kraut“ den Respekt der Dorfbewohner. Am Ende wird ihm der alte Gelegenheitswilderer Curtis sogar das geheime Rezept seines Cider-Schnapses als Vermächtnis hinterlassen.
Buchkritik (1):
„Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand“ ist der erste Roman der dreißigjährigen Natasha Solomons, und er enthält offensichtlich autobiografische Motive. Ihre Großeltern haben in einem Dorf in Dorset ein neues Zuhause gefunden. Auch die Autorin lebt in dieser südwestenglischen Grafschaft, promovierte über Lyrik des 18. Jahrhunderts und schreibt Drehbücher.
Es ist eine weitgehend untergegangene Welt wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die Natasha Solomons hier beschreibt. Manches wirkt wie aus einem nostalgischen Bilderbogen. Die Rosen duften mit den frischgebackenen Kuchen um die Wette, die Landadeligen sind wie einem Jane-Austen-Roman entstiegen, die Frauen bilden Komitees zu jedem Anlass, die Männer sind raue, aber letztlich gutmütige Gesellen. Und die Geschichte vom riesigen Dorset-Wollschwein, das angeblich das gerade fertige erste Loch von Jacks Golfplatz verwüstet hat, gehört zum landesüblichen Mythenschatz.
Die Autorin verpackt ihren überaus menschenfreundlichen Blick in einen mal ironischen, mal betont naiven Tonfall, wenn sie die kindliche Obsession ihres Helden beschreibt. Differenzierter und anrührender sind die Gefühle und Gedanken Sarahs ausgeführt, die ihr früheres Leben im Gedächtnis behalten will, nicht wie ihr Mann nur an seiner neuen Identität arbeitet. „Sie mochte das Ritual der jüdischen Jahrestage – es war eine festgespannte Wäscheleine, auf die sie ihre Erinnerungen hängen konnte.“
Das achtlose Einander-Verfehlen in der Routine des Zusammenlebens, der unterschiedliche Umgang mit dem Verlust ihrer jüdischen Familie und die so verständliche Sehnsucht, anzukommen in einem neuen Leben: In diesen meist kleinen Szenen zeigt Natasha Solomons ein literarisches Talent, das mehr verspricht als der sonst sehr unterhaltsame, manchmal märchenhafte Ton und die geschickt gebaute Dramaturgie dieses Feel-Good-Romans.
Es ist eine weitgehend untergegangene Welt wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die Natasha Solomons hier beschreibt. Manches wirkt wie aus einem nostalgischen Bilderbogen. Die Rosen duften mit den frischgebackenen Kuchen um die Wette, die Landadeligen sind wie einem Jane-Austen-Roman entstiegen, die Frauen bilden Komitees zu jedem Anlass, die Männer sind raue, aber letztlich gutmütige Gesellen. Und die Geschichte vom riesigen Dorset-Wollschwein, das angeblich das gerade fertige erste Loch von Jacks Golfplatz verwüstet hat, gehört zum landesüblichen Mythenschatz.
Die Autorin verpackt ihren überaus menschenfreundlichen Blick in einen mal ironischen, mal betont naiven Tonfall, wenn sie die kindliche Obsession ihres Helden beschreibt. Differenzierter und anrührender sind die Gefühle und Gedanken Sarahs ausgeführt, die ihr früheres Leben im Gedächtnis behalten will, nicht wie ihr Mann nur an seiner neuen Identität arbeitet. „Sie mochte das Ritual der jüdischen Jahrestage – es war eine festgespannte Wäscheleine, auf die sie ihre Erinnerungen hängen konnte.“
Das achtlose Einander-Verfehlen in der Routine des Zusammenlebens, der unterschiedliche Umgang mit dem Verlust ihrer jüdischen Familie und die so verständliche Sehnsucht, anzukommen in einem neuen Leben: In diesen meist kleinen Szenen zeigt Natasha Solomons ein literarisches Talent, das mehr verspricht als der sonst sehr unterhaltsame, manchmal märchenhafte Ton und die geschickt gebaute Dramaturgie dieses Feel-Good-Romans.
Ort der Handlung: Hampstead, Westminster, Vereinigtes Königreich
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