Buchportrait:
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Titel: |
Zeit zu leben und Zeit zu sterben |
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Autor: Verlag: ISBN: Genre: Erscheinungsjahr: Gepinnt am: |
Erich Maria Remarque Kiepenheuer & Witsch 3462027263 Romane & Erzählungen 1998 29.11.2010 von Cat |
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| Ort der Handlung: | |||
| - Straße / Platz: | - | ||
| - Stadt / Ort / Gegend: | Werden | ||
| - Land: | Deutschland | ||
| Zeit der Handlung: | 20. Jahrhundert |
Inhaltsangabe:
Der zweite Weltkrieg nähert sich seinem Ende zu. Deutsche Truppen verlassen Russland und ziehen sich nach Polen. Am Anfang des Buches erschießt der Hauptheld Ernst Greber mehrere russische Dorfbewohner und kurz danach fährt nach Deutschland zu seinen Eltern, um mit ihnen seinen zweiwöchigen Urlaub zu verbringen. Das Elternhaus steht aber leer. Die Nachbarn können nicht sagen, wo seine Eltern sind. Er schreibt für sie einen Zettel und hängt ihn an die Eingangstür.
Ernst lebt in einer Kaserne und sucht die Eltern. Inzwischen begegnet er seiner ehemaligen Schulkameradin Elisabeth, die eine schöne Frau geworden ist. Sie heiraten sich. Ernst erfährt, dass Elisabeths Vater, der im Konzentrationslager gesessen hatte, starb. Er verheimlicht diese traurige Nachricht von seiner Frau. Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt er Liebe und Leid. Etwas später stirbt während eines Bombenangriffs sein guter Freund Steinbrenner.
Ernst fühlt sich über die Ideen des Faschismus enttäuscht und will schon niemanden ermorden. Als er aus dem Urlaub zurück kommt, entlässt er die gefangenen Dorfbewohner. Am Ende wird Greber von einem alten Partisan erschossen.
Ernst lebt in einer Kaserne und sucht die Eltern. Inzwischen begegnet er seiner ehemaligen Schulkameradin Elisabeth, die eine schöne Frau geworden ist. Sie heiraten sich. Ernst erfährt, dass Elisabeths Vater, der im Konzentrationslager gesessen hatte, starb. Er verheimlicht diese traurige Nachricht von seiner Frau. Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt er Liebe und Leid. Etwas später stirbt während eines Bombenangriffs sein guter Freund Steinbrenner.
Ernst fühlt sich über die Ideen des Faschismus enttäuscht und will schon niemanden ermorden. Als er aus dem Urlaub zurück kommt, entlässt er die gefangenen Dorfbewohner. Am Ende wird Greber von einem alten Partisan erschossen.
Buchkritik (3):
Ein starkes, interessantes und manchmal ein sehr schweres Werk. Das Sujet ist einfach. Es wird das Geschick eines einfachen deutschen Soldaten beschrieben, das das Geschick der ganzen unglücklichen deutschen Generation des II Weltkrieges widerspiegelt. Das Buch lässt den Leser nachdenklich werden und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Der Erzählungsstil und die Gedankenauslegung sind einfach und verständlich. Auch die Sprache des Romans ist sehr schön. Die Ereignisse werden so ausführlich und glaubhaft beschrieben, als ob der Schriftsteller selbst daran teilgenommen hat.
Der junge Soldat Ernst Gräber hat keine wirkliche Hoffnung mehr, jemals seinen schon zweimal verschobenen Urlaub zu bekommen. Während er in einem russischen Dorf sitzt, Partisanen erschießen muss und tiefgründige Gespräche mit seinen Kameraden führt, die sich meistens um Leichen und Russen drehen, denkt er, obwohl betäubt vom Krieg, intensiv über seine Erlebnisse nach.
Dann wird er abberufen, 3 Wochen Heimaturlaub.
Er kommt mit großen Erwartungen, die schnell ernüchtert werden, in ein zerstörtes Werden, in eine Stadt mit Ruinen, voller Schutt, Dunkelheit und Angst. Die Suche nach seinen Eltern bleibt erfolglos, dafür lernt er Elisabeth kennen. Ihr Vater ist im KZ und sie wohnt mit einer Funktionärin der Nazis unter einem Dach. Aus einer zarten Annäherung wird schließlich eine Freundschaft, dann eine Zweckgemeinschaft. Die beiden heiraten, damit Elisabeth Geld vom Staat bekommt.
Auch lernt Gräber einige weitere Personen und mit ihnen den Mikrokosmos der Schuttwelt kennen: Einen SS-Funktionär, der ihn mit Essen überhäuft, einen verrückter Luftschutzwart und einen Lehrer, der für der Untergrund arbeitet, um nur einige zu nennen.
Sein Urlaub ist fast um, als Elisabeth und er sich plötzlich ineinander verlieben. Die beiden schaffen sich eine Idylle und finden Glück im Gegenüber. Doch Ernst muss wieder an die Front, die sich inzwischen der deutschen Grenze um 120 Kilometer genähert hat.
Obwohl der größte Teil des Romans in der zerstörten Stadt Werden spielt, ist der Teil der an der Front spielt um einiges belebter, spannender und näher am Geschehen dran, was nicht heißt, dass der Rest schlecht ist, im Gegenteil. Er ist eben seicht, mit vielen Darstellungen des einfachen Glückes und mit vielen philosophischen Ausflügen, in die Herzen des Protagonisten und der anderen handelnden Figuren. Remarque zeichnet das Leben, welches in den Trümmern der Stadt weiter besteht, so genau, als hätte er es noch am selben Tag gesehen und sogleich niedergeschrieben. Einige Wiederholungen schmücken das Buch, als wären es spezielle remarquesche Stilmittel: Luftangriffe, das Trinken von Alkohol, das Reden über das Ende des Urlaubs, das Reden über die Liebe, das Leben und das Glück.
In vielen Dialogen stellt Remarque die Beziehung zwischen Ernst und Elisabeth dar. Er schafft es dabei, das Thema Schuld ziemlich flach und unterschwellig zu halten und geht eher auf grundlegende Dinge ein. Die Dialoge sind teilweise wirkliche Meisterleistungen der Philosophie und des geschrieben Dialogs:
“'Ich habe viel über sie nachgedacht Gräber. Und ich habe auch über das nachgedacht, was sie mir neulich gesagt haben. Es gibt keine Antwort darauf.' Pohlmann stockte und sagte dann leise: ' Nur eine. Man muss glauben. Glauben. Was bleibt uns sonst?'
'Woran?'
'An Gott. Und an das Gute im Menschen.'
'Haben sie nie daran gezweifelt?' fragte Gräber.
'Doch', erwiderte der alte Mann. 'Oft. Wie könnte ich sonst glauben?' „
Insgesamt wirkt der der Roman trotz, oder gerade wegen dieser Fülle, seltsam langatmig, aber man kann immer wieder in ihm versinken. Ein bisschen eintönig sind auch die kunstvollen Metaphern und Beschreibungen der Umwelt, doch wenn man auf den Roman zurückblickt, spürt man, dass sie ein nachhaltiges Bild hinterlassen haben. Alles in allem, bleibt Remarque ein Mann, der über den Krieg und seine Welt schreiben kann, ohne allzu offensichtlich zu kritisieren und ein Mann der über die Liebe schreiben kann, ohne sie zu kitschig oder pompöse auszuschmücken. Gerade letzteres, macht ihn zu einem wirklich lesenswerten Schriftsteller.
Der junge Soldat Ernst Gräber hat keine wirkliche Hoffnung mehr, jemals seinen schon zweimal verschobenen Urlaub zu bekommen. Während er in einem russischen Dorf sitzt, Partisanen erschießen muss und tiefgründige Gespräche mit seinen Kameraden führt, die sich meistens um Leichen und Russen drehen, denkt er, obwohl betäubt vom Krieg, intensiv über seine Erlebnisse nach.
Dann wird er abberufen, 3 Wochen Heimaturlaub.
Er kommt mit großen Erwartungen, die schnell ernüchtert werden, in ein zerstörtes Werden, in eine Stadt mit Ruinen, voller Schutt, Dunkelheit und Angst. Die Suche nach seinen Eltern bleibt erfolglos, dafür lernt er Elisabeth kennen. Ihr Vater ist im KZ und sie wohnt mit einer Funktionärin der Nazis unter einem Dach. Aus einer zarten Annäherung wird schließlich eine Freundschaft, dann eine Zweckgemeinschaft. Die beiden heiraten, damit Elisabeth Geld vom Staat bekommt.
Auch lernt Gräber einige weitere Personen und mit ihnen den Mikrokosmos der Schuttwelt kennen: Einen SS-Funktionär, der ihn mit Essen überhäuft, einen verrückter Luftschutzwart und einen Lehrer, der für der Untergrund arbeitet, um nur einige zu nennen.
Sein Urlaub ist fast um, als Elisabeth und er sich plötzlich ineinander verlieben. Die beiden schaffen sich eine Idylle und finden Glück im Gegenüber. Doch Ernst muss wieder an die Front, die sich inzwischen der deutschen Grenze um 120 Kilometer genähert hat.
Obwohl der größte Teil des Romans in der zerstörten Stadt Werden spielt, ist der Teil der an der Front spielt um einiges belebter, spannender und näher am Geschehen dran, was nicht heißt, dass der Rest schlecht ist, im Gegenteil. Er ist eben seicht, mit vielen Darstellungen des einfachen Glückes und mit vielen philosophischen Ausflügen, in die Herzen des Protagonisten und der anderen handelnden Figuren. Remarque zeichnet das Leben, welches in den Trümmern der Stadt weiter besteht, so genau, als hätte er es noch am selben Tag gesehen und sogleich niedergeschrieben. Einige Wiederholungen schmücken das Buch, als wären es spezielle remarquesche Stilmittel: Luftangriffe, das Trinken von Alkohol, das Reden über das Ende des Urlaubs, das Reden über die Liebe, das Leben und das Glück.
In vielen Dialogen stellt Remarque die Beziehung zwischen Ernst und Elisabeth dar. Er schafft es dabei, das Thema Schuld ziemlich flach und unterschwellig zu halten und geht eher auf grundlegende Dinge ein. Die Dialoge sind teilweise wirkliche Meisterleistungen der Philosophie und des geschrieben Dialogs:
“'Ich habe viel über sie nachgedacht Gräber. Und ich habe auch über das nachgedacht, was sie mir neulich gesagt haben. Es gibt keine Antwort darauf.' Pohlmann stockte und sagte dann leise: ' Nur eine. Man muss glauben. Glauben. Was bleibt uns sonst?'
'Woran?'
'An Gott. Und an das Gute im Menschen.'
'Haben sie nie daran gezweifelt?' fragte Gräber.
'Doch', erwiderte der alte Mann. 'Oft. Wie könnte ich sonst glauben?' „
Insgesamt wirkt der der Roman trotz, oder gerade wegen dieser Fülle, seltsam langatmig, aber man kann immer wieder in ihm versinken. Ein bisschen eintönig sind auch die kunstvollen Metaphern und Beschreibungen der Umwelt, doch wenn man auf den Roman zurückblickt, spürt man, dass sie ein nachhaltiges Bild hinterlassen haben. Alles in allem, bleibt Remarque ein Mann, der über den Krieg und seine Welt schreiben kann, ohne allzu offensichtlich zu kritisieren und ein Mann der über die Liebe schreiben kann, ohne sie zu kitschig oder pompöse auszuschmücken. Gerade letzteres, macht ihn zu einem wirklich lesenswerten Schriftsteller.
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