Buchportrait:
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Titel: |
Flughunde |
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Autor: Verlag: ISBN: Genre: Erscheinungsjahr: Gepinnt am: |
Marcel Beyer Suhrkamp 3518391267 Romane & Erzählungen 2008 25.02.2010 von desy2010 |
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| Ort der Handlung: | |||||||||||
| - Straße / Platz: | - | ||||||||||
| - Stadt / Ort / Gegend: | Berlin | ||||||||||
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- Land:
Weitere Handlungsorte Weitere Handlungsorte:
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Deutschland | ||||||||||
| Zeit der Handlung: | 1940, 20. Jahrhundert | ||||||||||
Inhaltsangabe:
Der Tontechniker Hermann Karnau und Joseph Goebbels älteste Tochter Helga – dies sind die zwei Protagonisten des Romans „Flughunde“. Beide treffen im Verlauf der Handlung immer wieder aufeinander, die unterschiedlichen Erzählstränge und Perspektiven wechseln sich gegenseitig ab. Während Helga vornehmlich (fiktive) Einblicke aus kindlicher Sicht in das private Leben der Familie des Propagandaministers gibt, ist der Charakter Karnaus weitaus komplexer. Immer tiefer verstrickt er sich in die Machenschaften des Nazi-Regimes, bis er schließlich maßgeblich an Menschenversuchen in einem KZ beteiligt ist. Dies passiert jedoch weniger aufgrund seiner nationalsozialistischen Überzeugungen, sondern vielmehr aufgrund seines eigenen, ganz persönlichen Wahnsinns. Karnau fühlt sich von anderen Menschen bedroht, vor allem ihre Stimmen quälen ihn. Aus diesem Grund möchte er sämtliche Lautäußerungen, denen der Mensch fähig ist, aufzeichnen und kartografieren. Aus einem Aberglauben heraus glaubt er, sich der Seele eines anderen Menschen dadurch bemächtigen zu können, indem er dessen Stimme auf Schellack bannt. Karnau und Helga treffen ein letztes mal im Führerbunker zusammen, kurz bevor das Nazi-Regime endgültig untergeht. Aus verschiedenen Andeutungen geht hervor, dass es Karnau selber ist, der die Kinder Goebbels vergiftet. Er selber taucht nach der Eroberung Berlins unter.
Buchkritik (1):
Marcel Beyers Roman ist aus verschiedenen Gründen sehr lohnenswert zu lesen. Zum einen finde ich Beyers Sprache wirklich ausgezeichnet, glasklar und dennoch auf ihre Art poetisch. Viel erwähnt wurde seine Montage-Technik aus realer Historie und fiktiver Erzählung. Ich finde die Omnipräsenz der Stimme sowie gleichzeitig der Nicht-Farbe Schwarz meisterhaft, die gesamte Erzählung scheint davon durchdrungen zu sein, ohne dass es jemals gewollt oder konstruiert wirkt. Interessant ist die vielfache Kritik, die sich zum einen auf die Verstrickung BEIDER Protagonisten ins Nazi-Regime, zum anderen auf Beyers generell neutrale Erzählhaltung bezieht. Dem vergleichsweise jungen Autor wurde zum Vorwurf gemacht, er bezöge nicht genug (moralische) Stellung gegen den Nationalsozialismus. Ich wiederum finde es aus literaturwissenschaftlicher Perspektive erfrischend, dass es dieser Generation vorsichtig möglich wird, dieses heikle Thema weniger moralisch und mehr ästhetisch zu behandeln. Beyer dabei etwas vorzuwerfen, was ganz sicherlich nicht in seiner Absicht lag, finde ich einfach lächerlich.
Ort der Handlung: Berlin, Deutschland und weitere...
Weitere Handlungsorte:
| Stadt / Ort / Gegend | Dresden |
| Land | Deutschland |
| Stadt / Ort / Gegend | Straßburg |
| Land | Frankreich |
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