Buchportrait:
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Titel: |
Andi. Der beinahe zufällige Tod des Andreas Z., 16 |
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Autor: Verlag: ISBN: Genre: Erscheinungsjahr: Gepinnt am: |
Kai Hermann Gruner + Jahr Stern-Buch 3570009211 Biographien & Tagebücher 1989 05.03.2010 von jurika |
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| Ort der Handlung: | |||
| - Straße / Platz: | Dulsberg | ||
| - Stadt / Ort / Gegend: | Hamburg | ||
| - Land: | Deutschland | ||
| Zeit der Handlung: | 1979, 20. Jahrhundert |
Inhaltsangabe:
Die Autoren Kai Hermann und Heiko Gebhardt schildern in Form von Berichten der Freunde, Bekannten und Verwandten das (kurze) Leben des Andreas Z, genannt "Andi". Inspiriert durch einen Zeitungsbericht vom 16.08.1979, in welchem darüber berichtet wurde, dass ein 16-jähriger Heimzöglich mit einem Gewehr erschossen wurde, befragen die Autoren die Menschen, die Andi kannten. Die einzelnen Erzählungen geben einen Gesamteindruck dieses frühzeitig beendeten Lebens. Nach der Trennung seiner Eltern beginnt seine Mutter zu Trinken. Andi schließt sich einer Clique an, lungert in Parks herum, trinkt, schwänzt die Schule. "Opa" ist einer der wenigen Erwachsenen, zu dem nicht nur Andi vertauen fasst, der für die Jugendlichen einfach da ist. Andi kommt in Heime und ist mit 16 Jahren bereits vorbestraft. Seine große Liebe ist Anja. Für sie nimmt er sich immer wieder vor sein Leben neu in den Griff zu bekommen. Doch am 16.08.1979 hat er hierzu keine Chance mehr - er wird erschossen.
Buchkritik (1):
Das Buch von Kai Hermann und Heiko Gebhardt habe ich eigentlich nur zufällig in die Hände bekommen. Ich begann zu lesen und konnte mich von dieser Geschichte nicht mehr lösen. Ein ähnlicher Jahrgang wie ich - aber was für ein anderes Leben. Nach der Trennung seiner Eltern ist der Vater für ihn eigentlich nicht mehr präsent. Erst nachdem Andi vom Gefängnis aus mit ihm in Kontakt tritt, zeigt dieser Interesse.
Seine Mutter wird alkoholsüchtig und geht eine Beziehung ein, die Andi nicht tragen kann. Andi sucht Freunde, Halt und eine Richtung für sein Leben, aber leider kann er sich von den falsch eingeschlagenen Wegen nicht mehr lösen. Er sucht sich Freunde, schließt sich einer Clique an und kämpft auch hier um Anerkennung. Die Clique trifft sich bei "Opa", der mir selbst als einsamer alter Mann vorkommt, der für diese Kontakte nicht nur dankbar war, sondern ein großes Herz für die Jugendlichen, besonders für Andi hatte. Leider hat auch er nicht die Kraft wirklich Einfluss auf sie zu nehmen.
Aber als Andi von seiner Mutter vor die Tür gesetzt wird, kann er bei "Opa" wohnen. Seine Mutter besteht auf eine Heimunterbringung, aber Andi reißt aus.
Zuletzt im Gefängnis geht eine Veränderung in Andi vor, Er nimmt sich vor sich von Holger ferner zu halten, möchte eine feste Beziehung zu Anja, möchte einen Beruf lernen. Und trotzdem - kurz nach der Entlassung sind es wieder die alten Freunde, der Alkohol, die Mutter, die ihn zurückweist. Betrunken randalieren sie vor dem Haus der Herrn H. Dieser holt ein Gewehr und schießt auf die Jugendlichen. Andi, der eigentlich in Deckung ist, hört, dass sein Freund getroffen ist und kommt aus der Deckung. Herr H. schießt und trifft Andi, der im Krankenhaus stirbt.
Ich fragte mich während des Lesens immer wieder - kann das heute noch passieren? Wer hat versagt? Wer hätte helfen können? Auch wenn Herr H. im 3. Reich aufgewachsen ist - hätte es da nicht eine Grenze geben müssen, die verhindert hätte, dass er auf Jugendliche schießt?
Eine mit dem Leben überforderte Mutter, ein Vater, der nach der Trennung eine neue Familie gründet und sich aus der alten löst, eine Gruppendynamik, der sich Andi nicht entziehen kann und immer wieder wird die Sehnsucht nach Liebe erkennbar.
Durch die sehr persönlichen Erzählungen lernt man einen sensiblen Jungen kennen, der einfach keinen Weg fand - traurig.
Seine Mutter wird alkoholsüchtig und geht eine Beziehung ein, die Andi nicht tragen kann. Andi sucht Freunde, Halt und eine Richtung für sein Leben, aber leider kann er sich von den falsch eingeschlagenen Wegen nicht mehr lösen. Er sucht sich Freunde, schließt sich einer Clique an und kämpft auch hier um Anerkennung. Die Clique trifft sich bei "Opa", der mir selbst als einsamer alter Mann vorkommt, der für diese Kontakte nicht nur dankbar war, sondern ein großes Herz für die Jugendlichen, besonders für Andi hatte. Leider hat auch er nicht die Kraft wirklich Einfluss auf sie zu nehmen.
Aber als Andi von seiner Mutter vor die Tür gesetzt wird, kann er bei "Opa" wohnen. Seine Mutter besteht auf eine Heimunterbringung, aber Andi reißt aus.
Zuletzt im Gefängnis geht eine Veränderung in Andi vor, Er nimmt sich vor sich von Holger ferner zu halten, möchte eine feste Beziehung zu Anja, möchte einen Beruf lernen. Und trotzdem - kurz nach der Entlassung sind es wieder die alten Freunde, der Alkohol, die Mutter, die ihn zurückweist. Betrunken randalieren sie vor dem Haus der Herrn H. Dieser holt ein Gewehr und schießt auf die Jugendlichen. Andi, der eigentlich in Deckung ist, hört, dass sein Freund getroffen ist und kommt aus der Deckung. Herr H. schießt und trifft Andi, der im Krankenhaus stirbt.
Ich fragte mich während des Lesens immer wieder - kann das heute noch passieren? Wer hat versagt? Wer hätte helfen können? Auch wenn Herr H. im 3. Reich aufgewachsen ist - hätte es da nicht eine Grenze geben müssen, die verhindert hätte, dass er auf Jugendliche schießt?
Eine mit dem Leben überforderte Mutter, ein Vater, der nach der Trennung eine neue Familie gründet und sich aus der alten löst, eine Gruppendynamik, der sich Andi nicht entziehen kann und immer wieder wird die Sehnsucht nach Liebe erkennbar.
Durch die sehr persönlichen Erzählungen lernt man einen sensiblen Jungen kennen, der einfach keinen Weg fand - traurig.
Ort der Handlung: Dulsberg, Hamburg, Deutschland
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